Erfahrungen & Bewertungen zu RATIS Rechtsanwaltsgesellschaft

KI-gestützte Rechtsberatung: Neue Möglichkeiten für Kanzleien und Unternehmen

Die Idee für ein innovatives Legal-Tech-Start-up entstand an der Universität Passau aus einem ungewöhnlichen Impuls: einem interaktiven Format, bei dem juristische Fragestellungen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz beantwortet wurden. Aus diesem Ansatz entwickelten Prof. Dr. Steffen Herbold (Lehrstuhl für AI Engineering), der Jurist und Legal-Tech-Experte Sven Galla sowie der Softwareentwickler Dr. Alexander Trautsch ein gemeinsames Konzept für die Praxis.

Verbindung von klassischer Kanzlei und Legal Tech

Mit der Gründung der AIGHT Legal GmbH im März 2025 wurde diese Idee in ein konkretes Geschäftsmodell überführt. Im Mittelpunkt steht eine Kanzlei, die juristische Expertise mit technologischer Kompetenz verbindet und sich gezielt auf zwei Bereiche konzentriert: die KI-gestützte Rechtsberatung sowie die rechtliche Begleitung von KI-Anwendungsfällen in Unternehmen.

Eine besondere Rolle kommt dabei Sven Galla zu: Er ist nicht nur Mitgründer, Gesellschafter und Geschäftsführer der AIGHT Legal GmbH, sondern zugleich Geschäftsführer der Ratis Rechtsanwaltsgesellschaft mbH und als Rechtsanwalt tätig. Diese Doppelrolle verbindet klassische anwaltliche Praxis mit innovativen Legal-Tech-Ansätzen und schafft eine direkte Brücke zwischen etablierter Rechtsberatung und technologischer Weiterentwicklung.

Ein zentraler Baustein ist die KI-unterstützte juristische Erstbewertung. Durch den Einsatz spezialisierter Systeme können Anfragen strukturiert erfasst, vorgeprüft und deutlich schneller bearbeitet werden. Mandanten profitieren dadurch von einer zeitnahen ersten Einschätzung, während die anwaltliche Prüfung weiterhin die finale rechtliche Einordnung sicherstellt.

Darüber hinaus richtet sich das Angebot gezielt an Unternehmen, die Künstliche Intelligenz einsetzen oder entsprechende Projekte planen. Hier geht es nicht nur um klassische Rechtsberatung, sondern um die Kombination aus technischer, wissenschaftlicher und juristischer Bewertung. Ziel ist es, konkrete Anwendungsfälle zu identifizieren, deren Umsetzbarkeit zu prüfen und sowohl Chancen als auch Risiken frühzeitig transparent zu machen.

Der grundlegende Ansatz bleibt dabei klar: KI dient als unterstützendes Werkzeug und nicht als Ersatz für anwaltliche Tätigkeit. Eine eigens entwickelte Lösung soll die Arbeit effizienter machen, Prüfprozesse beschleunigen und fundierte Entscheidungen vorbereiten – die abschließende Bewertung liegt weiterhin beim Menschen.

Rechtssicherheit als entscheidender Faktor

Auch aus wissenschaftlicher Sicht spielt die enge Verzahnung verschiedener Disziplinen eine zentrale Rolle. Für Prof. Dr. Steffen Herbold und Dr. Alexander Trautsch, beide von der Universität Passau, zeigt sich hier ein klarer Trend: Während große Unternehmen Künstliche Intelligenz bereits verstärkt einsetzen, besteht insbesondere im Mittelstand noch Zurückhaltung – häufig aufgrund rechtlicher Unsicherheiten. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen, dass KI gerade bei knappen personellen Ressourcen erhebliches Potenzial entfalten kann.

Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist dabei die frühzeitige Berücksichtigung rechtlicher Rahmenbedingungen. Werden Compliance-Anforderungen erst im Nachhinein adressiert, entstehen häufig zusätzliche Kosten und Mehraufwände. Eine integrierte Betrachtung von Technik, Recht und Implementierung bereits in der Planungsphase ermöglicht dagegen effizientere und nachhaltigere Lösungen.

KI-gestützte Rechtsberatung

Praxisbezug und erste Mandate

Mittlerweile betreut das Unternehmen bereits erste Mandanten und bietet ein umfassendes Leistungsspektrum an, das weit über klassische Beratungsformate hinausgeht. Dazu zählen insbesondere die schriftliche Onlineberatung, die strukturierte Entwicklung und Bewertung konkreter KI-Anwendungsfälle sowie die juristische und technische Gegenüberstellung verschiedener Lösungsvarianten. In der Praxis bedeutet das, dass nicht nur einzelne Rechtsfragen beantwortet werden, sondern ganze Einsatzszenarien für Künstliche Intelligenz systematisch analysiert und rechtlich eingeordnet werden.

Damit wird deutlich, dass Künstliche Intelligenz die anwaltliche Tätigkeit nicht ersetzt, sondern sie inhaltlich und organisatorisch erweitert. Sie ermöglicht schnellere Auswertungen, effizientere Vorprüfungen und eine strukturiertere Aufbereitung komplexer Sachverhalte. Gleichzeitig bleibt die rechtliche Bewertung weiterhin in menschlicher Verantwortung, während KI als unterstützendes Werkzeug die Qualität und Geschwindigkeit der Beratung in zahlreichen Bereichen spürbar verbessert.

Einordnung und öffentliche Wahrnehmung des Projekts

Das Entstehen der AIGHT Legal GmbH und der interdisziplinäre Ansatz aus Recht, Informatik und Künstlicher Intelligenz wurden sowohl von wissenschaftlicher als auch von regionaler Seite aufmerksam begleitet. Die Entwicklung vom universitären Forschungs- und Experimentierkontext hin zu einem eigenständigen Unternehmen ist dabei unter anderem in einer Pressemitteilung der Universität Passau ausführlich dargestellt worden. Dort wird insbesondere die Entstehung aus dem Format „Kai vs KI“ sowie die gemeinsame Arbeit der Gründer hervorgehoben. 

Auch die Passauer Neue Presse berichtet über das Start-up und ordnet dessen Entwicklung in den regionalen Innovationskontext ein. Der Fokus liegt dabei auf der Verbindung von KI-gestützter Rechtsberatung und der rechtlichen Bewertung von KI-Anwendungsfällen sowie auf der Frage, wie aus einem experimentellen Ansatz ein praxisnahes Geschäftsmodell entstehen konnte. Beide Veröffentlichungen verdeutlichen, wie stark das Thema Künstliche Intelligenz inzwischen nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die praktische Rechtsberatung und Unternehmenspraxis prägt.