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Alfa Romeo Dieselskandal

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Versteckte Abschalteinrichtungen in edler Verpackung

Auch die traditionsreiche Premiummarke Alfa Romeo, seit Jahren Teil des damaligen Fiat-Chrysler-Konzerns (heute Stellantis), steht mittlerweile im Zentrum des europäischen Dieselskandals. Der Vorwurf Alfa Romeo Dieselskandal wiegt schwer: In zahlreichen Dieselmodellen von Alfa Romeo wurden sogenannte zeitgesteuerte Abschalteinrichtungen entdeckt – eine besonders perfide Variante der Emissionsmanipulation. Diese Systeme sorgen dafür, dass die Abgasreinigung gezielt nur für eine begrenzte Zeit nach dem Motorstart aktiv ist – konkret etwa 22 Minuten. Genau so lange dauern die standardisierten Prüfzyklen im Labor. Danach jedoch wird die Abgasnachbehandlung deaktiviert oder stark reduziert, obwohl das Fahrzeug technisch weiterhin zur Emissionsminderung in der Lage wäre.

Im realen Straßenverkehr – also dort, wo Fahrzeuge tatsächlich unterwegs sind – führt diese Praxis zu einem massiven Anstieg der Stickoxid-Emissionen (NOx). Der Unterschied zwischen Laborwerten und realem Fahrbetrieb kann sich dabei auf das Mehrfache des gesetzlichen Grenzwerts belaufen. Aus juristischer Sicht ist das besonders brisant, da der Gesetzgeber eine dauerhafte Emissionsminderung unter realen Bedingungen vorschreibt – und zeitgesteuerte Abschaltungen nur in Ausnahmefällen erlaubt sind, etwa zum Bauteilschutz. Bei Alfa Romeo gibt es für diese Praxis jedoch keinerlei erkennbare technische Notwendigkeit. Die Software ist offensichtlich darauf ausgelegt, die Prüfstandbedingungen zu erkennen und gezielt zu manipulieren – ein klarer Fall von sogenannter „Defeat Device“-Strategie.

Insgesamt zeigt sich: Was bei Alfa Romeo auf den ersten Blick wie ein kleiner technischer Trick wirkt, ist in Wirklichkeit ein systematisch eingesetztes Mittel, um gesetzliche Umweltauflagen zu umgehen – und das auf Kosten von Umwelt, Gesundheit und Verbrauchervertrauen.

Die Technik hinter dem Skandal bei Alfa Romeo

Im Fokus stehen die Multijet-Dieselmotoren, vor allem in den Modellen Giulia, Stelvio und Giulietta. Hier setzte Alfa Romeo auf Strategien, die gezielt das Emissionsverhalten manipulierten:

  • Zeitbasierte Abschaltung: AGR- und SCR-Systeme funktionieren nur kurz nach dem Motorstart. Danach erfolgt eine fast vollständige Deaktivierung der Abgasreinigung – nicht temperatur-, sondern rein zeitgesteuert.

  • Reduzierte AdBlue-Einspritzung: Selbst bei Euro-6-Fahrzeugen mit SCR-Technik wurde der Harnstoffeinsatz eingeschränkt – auf Kosten der Umweltwirkung.

  • Keine technische Notwendigkeit: Im Gegensatz zu „Thermofenstern“ anderer Hersteller gibt es bei Alfa Romeo keine Bauteilschutz-Argumente – die Abschaltung erfolgt offenbar ausschließlich zur Manipulation der Prüfergebnisse.

Betroffene Alfa-Romeo-Modelle

  • Alfa Romeo Giulietta

  • Alfa Romeo Giulia

  • Alfa Romeo Stelvio

  • Motoren: 1.6 Multijet, 2.0 Multijet, vereinzelt auch 2.2-Liter-Diesel

Die Fahrzeuge tragen häufig die Euro 5- oder Euro 6-Norm, stoßen im Realbetrieb jedoch ein Vielfaches der erlaubten NOx-Werte aus.

Juristische Bewertung

Die Gerichte – sowohl national als auch international – bewerten die bei Alfa Romeo eingesetzten Abschalteinrichtungen inzwischen als klar unzulässig. Besonders die zeitbasierte Steuerung, bei der die Abgasreinigung nur für etwa 22 Minuten nach dem Motorstart aktiv ist, widerspricht den EU-Vorgaben. Denn laut europäischem Typgenehmigungsrecht muss die Abgasnachbehandlung unter normalen Fahrbedingungen dauerhaft funktionieren. Abschalteinrichtungen, die nicht dem unmittelbaren Schutz von Motor oder Bauteilen dienen und stattdessen auf Prüfzyklen abgestimmt sind, gelten als illegal.

Ein besonders klares Signal setzte der Europäische Gerichtshof (EuGH) mit seinem Urteil vom 1. August 2025 (Az. C‑666/23). Der EuGH entschied, dass sich Automobilhersteller nicht auf eine erteilte EG-Typengenehmigung berufen können, um die Verwendung unzulässiger Abschalteinrichtungen zu rechtfertigen. Selbst wenn die Behörden die Genehmigung zuvor erteilt haben, entbindet das den Hersteller nicht von seiner Verantwortung. Eine Berufung auf einen Verbotsirrtum – also die Annahme, man habe nichts Unrechtmäßiges getan – greift in solchen Fällen ausdrücklich nicht.

Besonders relevant ist auch die Aussage des EuGH, dass die Haftung des Herstellers unabhängig davon besteht, wann die unzulässige Software eingebaut wurde – ob direkt bei der Auslieferung oder später durch ein Softwareupdate. Zudem bestätigte das Gericht, dass eine pauschale Deckelung des Schadensersatzes – etwa auf 15 % des Kaufpreises – zulässig ist, sofern dies im Einzelfall eine angemessene Kompensation darstellt.

Für Besitzer von Alfa-Romeo-Dieselfahrzeugen bedeutet das: Die Chancen auf Schadensersatz im Alfa Romeo Dieselskandal sind durch dieses Urteil deutlich gestiegen. Die Kombination aus eindeutig rechtswidriger Technik, fehlender Schutzfunktion und aktueller EuGH-Rechtsprechung führt dazu, dass viele Gerichte die Voraussetzungen für eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung (§ 826 BGB) als erfüllt ansehen – und damit verbraucherfreundlich urteilen.

Fazit

Der Alfa Romeo Dieselskandal betrifft viele Besitzer, die sich für Design und Leistung entschieden haben – und nun mit Umweltproblemen und drohendem Wertverlust konfrontiert sind. Besonders bei Euro-6-Modellen besteht eine gute Chance auf Schadensersatz, da die Fahrzeuge im Alltag deutlich schmutziger sind als versprochen.

Der Alfa Romeo Dieselskandal betrifft viele Besitzer, die sich bewusst für Design und Leistung entschieden haben – und nun mit Umweltproblemen sowie einem drohenden Wertverlust konfrontiert sind. Besonders bei Euro-6-Modellen bestehen realistische Chancen auf Schadensersatz, da die Fahrzeuge im Alltag deutlich schmutziger sind als versprochen. Dabei spielt das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) eine zentrale Rolle in der juristischen und technischen Aufarbeitung der Dieselthematik. Es bewertet unter anderem den Einsatz von Abschalteinrichtungen und überwacht den Markt im Hinblick auf gesetzliche Vorgaben. Weitere Informationen dazu findest du direkt auf der Themenseite des KBA zur Abgasthematik

Alfa Romeo Dieselskandal

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